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Presse: Kreiszeitung 20.01.2014

Willkommen in den 60ern

 

Theatergruppe Süstedt feiert gelungene Premiere / Noch Tickets für zwei Termine

Br.-Vilsen - Von Regine Suling.

Energiegeladen und turbulent: Die Theatergruppe Süstedt legte mit ihrem Stück „Danz up de Steed“ am Sonnabend eine ordentliche Premiere auf die Bretter. Das tat sie erstmals im Gasthaus Mügge in Bruchhausen-Vilsen. Der Wechsel von der Süstedter Hasenburg an den Brokser Marktplatz tat der Begeisterung der Gäste keinen Abbruch.

Die Darsteller zeigten unter Leitung von Sven Böhm ein plattdeutsches Stück, das in den 60er-Jahren spielt und damit mitten im Kalten Krieg angesiedelt ist. Ex-Marineadmiral Clausen, bestens von Gerd Brauer in Szene gesetzt, entschlüsselt geheime Botschaften und ist ein treuer Staatsdiener – genauso wie sein künftiger Schwiegersohn Gerhard Busse (Jörg Neddermann), der Clausens Tochter Iris (Franziska Wünderlich) ehelichen will.

Doch es kommt nicht dazu, dass die beiden Männer sich näher kennenlernen, denn plötzlich findet sich Gerhard in der Uniform seines Schwiegervaters wieder: Er muss seiner Verlobten Iris und deren Freundin Sarah (Nicole Rehmstedt) dabei helfen, die Flucht des russischen Balletttänzers Petrovyan (Johannes Rohlfs) zu decken.

Das Verwirrspiel nimmt seinen Lauf: Der sowjetische Geheimdienst KGB scheint vor der Tür zu lauern; der Verfassungsschutz in Form von Herrn Speckmann (Harald Stellmann) wird im Garten mit Whiskey abgefüllt; und Wachtmeisterin Lüders (Marika Schrader) jagt Gärtner Krischan (Torsten Naujoks), den sie als Komplizen des russischen Flüchtlings identifiziert hat. Als dann noch Nachbar Fide (Heini Gerdes) und Jeanette Clausen (Corinna Bär) die Bühne betreten, ist das Chaos komplett.

Das Verwirrspiel hat es so sehr in sich, dass das Ende für die meisten Zuschauer fast ein bisschen zu abrupt kommt.

Unnachahmliche Gestik und Mimik zeichnen das Spiel von Jörg Neddermann aus, der für seine Verlobte widerwillig in die Uniform des Admirals und auch in die Ballettkleidung des Russen schlüpft. Urkomisch auch Harald Stellmann, der vom Verfassungsschützer zum alkoholisierten Prügelknaben mutiert. Mehrere Stürze legen die Schauspieler perfekt hin – und tragen es auch mit Fassung, als sich eine der Bühnentüren unfreiwillig nicht mehr schließen lässt.

Zur grandiosen Leistung trägt auch das Team hinter der Bühne bei – mit Souffleuse Ulrike von Rüsten sowie Astrid Eggers und Carola Schwecke in der Maske. Holger Brinkmann und Peter Janowski bauten das Bühnenbild. Regine Klawitter, Stephan Neddermann und Bianca Nawroth sorgten für die Requisite. Und Tobias Jäckel war für die Technik verantwortlich.

Toll auch der Start in den Abend: Der Theaternachwuchs ließ in einem Sketch die Jugend aus den 60ern auf die der heutigen Zeit treffen.

Für das i-Tüpfelchen sorgte Brigitte Sante nach dem lang anhaltenden Schluss-Applaus: Im Namen des Bunds Deutscher Amateurtheater ehrte sie Gerd Brauer für sein 25-jähriges Bühnenengagement mit der silbernen Ehrennadel.

Die Süstedter Theatergruppe zeigt ihr Stück weitere sieben Mal. Tickets gibt es noch für die Aufführungen am Sonnabend, 8. März, um 14.30 Uhr und am Freitag, 14. März, um 19.30 Uhr, bei Helga Zierath unter Telefon 042 40/15 61.